Montag, 21. September 2009

Kurz vor dem Wahnsinn. Oder: Wie ich meine Oma vermisse.

Am 13. Dezember - einen Tag vor meinem Geburtstag - ist der Tag der Tage gekommen, den wohl ein jeder von uns so fürchtet, sei es, weil er selbst betroffen ist, oder weil er jemanden gehen lassen muss. Ich musste jemanden gehen lassen und ging wohl gut ein Stückchen mit.
Die Flamme meines lebens, die mich immer wieder entzündete; meine Hoffnung und mein Vorbild hauchte an besagtem Tag alleine ihr Leben aus. In einem schäbigen Krankenhaus, das es nicht verdient, so genannt zu werden.
Genau 4 Wochen vorher fuhr ich sie dorthin...zur Schlachtbank will ich im Nachhinein fast schon denken. Wasser im Bauch...ja - müssen wir untersuchen. Diagnostikermarathon und Wochen später die angesetzte OP. Komplett den Bauch ausgeräumt, alles Krebs. Sie lag im Koma und der krankenhausinterne Pfarrer wurde gerufen, der ein schäbiges Vater-unser herunterleierte...in Gedanken wohl schon beim Mittagessen. Unsere Würdenträger....ich bin so erbost....zürne mit der Welt und mit Gott. warum werden schreckliche Menschen 150 und quälen ihr Umfeld noch möglichst lang? Nur die Guten streben früh. Pah. Pah!³
Es ist nichts gerecht. Nichts. Auch nicht mein Hadern mit Allem und Jedem. Aber meine Verzweiflung muss heraus.
Sie war der gläubigste Mensch, den ich kannte und kenne. Und gerade sie fragt mich zwei tage vor ihrem Tod, ob sie der Herrgott verlassen hat. Ein Leben im Dienste des Glaubens. Das Geschenk: ein armseliger Tod nach 4 Wochen Schmerzen in Einsamkeit.
Ich frage mich immerzu, warum sie mir an diesem Freitagabend am 12. Dezember zum geburtstag gratulierte...ich sagte: Ach Oma, ich hab doch erst übermorgen! Und sie erwiderte: Ich weiß.
Das Leben ist nicht gerecht. Und wenn es einen Gott gibt, so habe ich die Vorstellung, dass er ein kleiner Junge ist, der unbedarft mit Bauklötzchen spielt und eigentlich gar nicht so richtig weiß, was das alles soll.
Ich falle und mein ehemaliges Netz - mein Glaube an den guten Sinn - ist plötzlich verschwunden. Übrig ist Frust und Hass...Verdrossenheit und Weißwein.

Mein Herz ist kalt und leer.

Donnerstag, 25. September 2008

Versprochene Verschwörungstheorie

Heute am frühen Morgen ist mir dank schlaftrunkener Grobmotorik mein Waschlappen vom Haken gefallen - wenige Stunden später wurde in Amerika eine vermeintliche Lösung der finanziellen Krise verabschiedet.

Habe sogleich bei Metro eine Waschlappen-Großbestellung vorgenommen und einen Chi²-Test dieser zwei Variablen berechnet. Positive Korrelation bei geringer Signifikanz. Ich bleibe dran.

henusode-blog: Naomi Campbell: ab in die Konditorei

henusode-blog: Naomi Campbell: ab in die Konditorei

Warum Sie das hier eigentlich nicht lesen sollten

Einen wunderschönen guten Morgen.
Sie sind gerade im Begriff, persönliche Notizen zu lesen. Alles andere käme Ihnen vermutlich auch als zu uninteressant geschweige denn geradezu unexotisch vor. Nein - auf Banalitäten haben wir alle keine Lust. Wertvolle (Arbeits- und Lebens-) Zeit mit den inneren Monologen einer völlig Unbekannten zu verschwenden ist sinnlos (sagt der schlaue Massenmund).

Wir sollten dann doch lieber in diesen Minuten die wertvollen businesscontacts pflegen, ungemein wichtige Spammails mit Betreffzeilen à la 'Mach Dich nackig Du Sau' checken und exorbitante Mind-Maps für den anstehenden Morgenschiß erstellen. Finden Sie jetzt dann doch auch wieder ein wenig lächerlich? Wilkommen in meinem persönlichen Crasthest.

Und genau deshalb werde ich Sie jetzt mit ausgesprochen banalen Gedankengängen belästigen und falls ich Ihnen damit wertvolle worktime versauen sollte, tut mir das überhaupt nicht leid.
Heute Morgen bin ich plötzlich mit guter Laune aufgewacht. Ja. Einfach so. Ich habe weder eine Immatrikulationsbescheinigung in Harward zu verzeichen, noch mich als Multitasking Superweib (Job-Karriere-Kinder-Haus-Mann-Vereinsarbeit-Kuchenbacken für mittellose Penner-90/60/90 Figur-Lieblingsnachbarin-Ehrenmedaille für altruistische Freundschaftsdienste) bewiesen. Nichts derart habe ich bis dato erreicht. Sie schütteln den Kopf? Ach verdammt ja, jetzt fällt es auch mir wieder ein - warum zum Geier darf ich also stolz auf mich sein geschweige denn glücklich? Das Glück ist mit den Dummen will man einwerfen.....aber so weit ist meine Selbsterkenntnis noch nicht fortgeschritten und bis dahin freue ich mich noch täglich über die atomgroßen Kartoffeln in meinem Keller. *puh*

Nein. Kehren wir noch einmal zu meiner zarten ich-darf-lächeln-Empfindung zurück. (Und Sie sollten sich bitte des Respektes wegen etwas leiser langweilen.)
Ich kann in den Spiegel sehen und mich akzeptieren. Ich freue mich über ein in Sonne getauchtes Weizenfeld oder über das herzhafte Lachen meiner Großmutter (wenn sie mal wieder Barbara-ich-bin-gefühlte-Frisöse-in-Richterrobe-Salesch schaut).
Ein Lächeln eines völlig Unbekannten beim Bäcker morgens, das Gefühl, geliebt zu werden. Vielleicht einfach nur das Gefühl, dass es eigentlich keinen durchgreifenden wenn nicht hausgemachten Grund für schlechte Laune gibt.

Alles Versagen und alle Insuffizienz attestieren wir uns nur allzu oft selbst aus dem irren Wahn heraus, omnipotent sein zu müssen. Nun ja - nicht wirklich eine abstruse Konsequenz latenter medialer Beschallung mit 'idealen Lebensbiographien' wie:
Der perfekte Mann: Sixpack - schweineviel Geld auf dem Konto - er bringt alles unter einen Hut, wie z. B. die 60 Stundenwoche eines Managers und hält dabei seine Herzkranzgefäße trotzdem sauber, weil er mindestens täglich ins Fitnessstudio rennt, der am Wochenende mit seinem unglaublich wichtigen Chef politisch korrekt Golf spielen geht, nebenbei seinem kleinen Sprößling die Traum-Seifenkiste aller Kindheitserinnerungen aus Holz fachmännisch zusammendrechselt und zusätzlich dem geliebten Weib den Supermann-Hengst macht, dabei aber immer die perfekte Mishung aus Macho und Pantoffelheld ist.

Ich unterdrücke an dieser Stelle krampfhaft den in mir hochsteigenden Würfelhusten und versuche eine subtile Andeutung meines Gedankenganges:
GEHT'S EIGENTLICH NOCH?!! WAS ZUR HÖLLE SOLL EIN MENSCH DENN NOCH ALLES AUF EINMAL SEIN, DAMIT ER SICH LEIDEN DARF??!!

Entschuldigen Sie - ich werde mich nachher ob dieses unflätigen Tons selbst züchtigen - das lässt sich gut mit dem täglichen Lach-Gang in den Keller vereinbaren.

Nun ja. Ich kehre zum Punkt zurück - alles andere führe zu weit (das Ausmaß meines Sarkasmus hat etwas den Rahmen gesprengt).

Ich sage Ihnen letztlich meine Banalität des Tages: Ich bin glücklich aufgrund vieler mir als gut genug erscheinender Gründe.
Sie auch? Hallo? Nun wachen Sie schon auf. In meinem nächsten Beitrag werde ich mehr Action einbauen. Versprochen. Vielleicht sogar eine kleine Verschwörungstheorie? Ja? Gut, abgemacht. Jetzt seien Sie aber wieder lieb mit mir und lächeln Sie mal. Na?....Hepp,...na los (tun Sies wenigstens aus medizinischer Sicht, denn wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass ein Lächeln, egal ob gewollt oder nicht, im Körper ein Glückshormon hervorruft und das ist dann wieder gut für Ihren Well-Fit-Faktor heute).....AHA! Na fein.

Mit dem erhebenden Gefühl, Sie zum Lächeln gezwungen zu haben, verbleibe ich mit den langweiligsten Grüßen,
Ihre Mercedess